Tag 10 Iran

Unsere Pläne haben wir schon längst verworfen, da wir festgestellt haben, dass sie nicht immer gerade passen oder einzuhalten sind. Daher machen wir jeden Tag einen neuen Plan (an den wir uns dann zum Teil doch wieder nicht halten).

Wir sind in Täbris aufgebrochen und ab in den iranischen Verkehr. Vergesst alles was wir über Bulgarien oder die Türkei geschrieben haben. Im Iran wird dort gefahren, wo es Platz hat. So wird aus einer 2 spurige, schnell mal eine 4 spurige Strasse und dass Lückenlos. Es wird gekuschelt bis zum geht nicht mehr, faszinierend, es funktioniert.

Wir haben einen Zwischenhalt in Zandjan gemacht. Es scheint als ob sich dahin wenige Europäer verirren. Von belustigten, neugierigen und interessierten Blicken übersäht machten wir einen Spaziergang auf dem Bassar wo wir Geld wechseln, eine iranische SIM Karte und ein paar andere Dinge kaufen wollten. Nur mit Hilfe Einheimischer konnten wir wenigstens Geld wechseln. Wir bedankten uns und fuhren unerledigter Dinge (ausser Geldwechsel) wieder weiter Richtung Elbrus Gebirge, das wir auf unserem Weg an das Kaspische Meer überqueren mussten.

Schon wie am Vortag war es so ab 11 Uhr richtig heiss draussen. Da wir ja keine Klima haben heisst es, Fenster aufmachen um nicht zu ersticken. Doch so ab 13 Uhr hat jemand den Fön auf der höchsten Stufe eingeschaltet und es kam nur noch sehr heisse, trockene Luft rein. Die Hitze merkte auch unsere Pandüle. Beim ersten steileren Aufstieg hat sie Fieber bekommen. Ok, ab an den Strassenrand, Motor zur Kühlung laufen lassen und Motorhaube auf. Es verging keine Minute da hielt auch schon das erste Auto an. Schnell wurde klar, dass der gute Mann uns nicht helfen kann. 2 min. später, wieder ein sehr hilfsbereiter Iraner. Ganz fachmännisch schaute er in den Motorraum, dann auf die Temperaturanzeige, ging zu seinem Auto und brachte eine Flasche Wasser und eine Tüte gesalzener Sonnenblumenkerne für uns mit. Er dachte wohl dass das dauern kann und wir auf unsere Elektrolyten achten sollen. Wer weiss, aber vielen Dank.

Wir schafften es mit ca. 30 km/h über den Pass. Auf dem Weg runter begegneten wir etlichen, denen es gleich wie uns erging. Dem ersten wollten wir Wasser anbieten, er war aber bereits versorgt. Mit einem freundliche Thank you and Welcome to Iran verabschiedete uns der gute Mann.

Auf dem Weg ins Tal (da lag noch eine Bergkette zwischen dem Tal und dem Meer) stellten wir fest, dass es immer heisser wurde. Unser Ziel in diesem Tal war ein See an dem wir Zelten wollten. Also reichlich Wasser. Dennoch beschlich und das Gefühl ins Tal der Toten zu fahren, wie wir das alle aus unzähligen Westernfilmen kennen, zu erst gibt der Gaul den Geist auf und dann… ihr wisst schon. Je tiefer wir kamen um so unerträglicher wurde die sehr trockene Hitze und nein das reicht nicht, dazu kam heftiger Wind der ununterbrochen über die Landschaft fegte, so dass sogar die Pandüle mühe damit hatte. Und die Olga musste das ganze mit einem Kopftuch und Langarmhemd ertragen.

Etwas von der Stasse abgelegen sind wir am See angekommen. Klatsch nass durchgeschwitzt, 2 Min. im Wind gestanden und schon waren die Klamotten wieder trocken, wie aus dem Tumbler.

Ok, ab ins Wasser. Zum Glück, eine kühle Erfrischung. Kaum wieder bei der Pandüle, schon wieder trocken und am schwitzen. Im Schatten der Pandüle über legten wir zwei Dörrpflaumen, was tun? Uns wurde klar, Zelt bei dem Wind aufstellen, No way, und wenn wir keinen Hitzetot sterben wollen, brauchen wir ein Hotel. Noch ein letztes Selfie falls wir im Fall der Fälle idendifiziert werden müssen 🙂

Wir schafften die Pandüle mit leichter Temperatur wieder auf die Strasse und fuhren behutsam in den ca. 15 km entfernten Ort  Rudbar wo wir ein kleines Hotel mit super nettem Personal gefunden haben. Nun wissen wir wie sich Niedergaren anfühlt.

Eine Antwort auf „Tag 10 Iran“

  1. Da bricht einem ja beim Lesen schon der Schweiß aus! Es hilft euch zwar nicht weiter, aber auch Deutschland hat seit letzter Woche mit 41,x °C einen neuen Hitzerekord – die aktuellen Tempeaturen verrate ich aber besser nicht! Und Niedertemperaturgaren wird überbewertet! Also lieber mal einen „Schattenparker“ mehr einlegen! Wir wollen ja bald im Schatten des Doms noch mal ein Kölsch mit euch trinken! Keep on rolling!

    Günter

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